Inkontinenz

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  • Anerkannt nach § 45a SGB XI
  • Abrechnung mit allen Pflegekassen

Inkontinenz, ein häufiges Thema, über das kaum gesprochen wird

Inkontinenz, der unkontrollierte Verlust von Urin oder Stuhl, betrifft in Deutschland rund 9 Millionen Menschen. Im Alter steigt die Häufigkeit deutlich: Etwa jeder dritte Mensch über 65 ist betroffen, bei Pflegeheimbewohnern sogar 60-80 %.

Trotz der weiten Verbreitung ist Inkontinenz ein Tabuthema. Viele Betroffene schämen sich, schweigen und ziehen sich zurück. Dabei ist Inkontinenz in vielen Fällen behandelbar, und in allen Fällen gut managebar.

Inkontinenz ist keine normale Alterserscheinung, die man einfach hinnehmen muss. Es ist ein Symptom, das untersucht und behandelt werden sollte.

Formen und Ursachen der Inkontinenz

FormUrsacheSymptomeBehandlung
Belastungs-inkontinenzSchwacher Beckenboden (nach Geburten, Prostata-OP)Urinverlust beim Husten, Niesen, HebenBeckenbodentraining, Operation
Drang-inkontinenzÜberaktive Blase, neurologische ErkrankungenPlötzlicher, starker Harndrang, Urin geht ab bevor die Toilette erreicht wirdBlasentraining, Medikamente
MischinkontinenzKombination aus Belastung und DrangBeide SymptombilderKombinierte Therapie
Überlauf-inkontinenzBlasenentleerungsstörung (Prostatavergrößerung)Ständiges Tröpfeln, RestharngefühlUrsachenbehandlung, Katheter
StuhlinkontinenzBeckenbodenschwäche, Nervenschäden, DemenzUnkontrollierter StuhlabgangErnährungsanpassung, Training, Hilfsmittel

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Behandlungsmöglichkeiten

Inkontinenz ist in vielen Fällen behandelbar oder zumindest deutlich verbesserbar:

Konservative Maßnahmen

  • Beckenbodentraining: Die wichtigste Maßnahme bei Belastungsinkontinenz, unter Anleitung einer Physiotherapeutin
  • Blasentraining: Bei Dranginkontinenz, die Abstände zwischen den Toilettengängen schrittweise verlängern
  • Toilettentraining: Feste Toilettenzeiten einführen, auch ohne Harndrang regelmäßig zur Toilette gehen
  • Trinkverhalten anpassen: Ausreichend trinken (nicht zu wenig!), aber Kaffee und Alkohol reduzieren

Medikamentöse Therapie

  • Anticholinergika bei überaktiver Blase
  • Hormoncremes bei Frauen nach den Wechseljahren
  • Alpha-Blocker bei Prostatavergrößerung

Hilfsmittel

  • Einlagen und Vorlagen: In verschiedenen Saugstärken, diskret und bequem
  • Inkontinenz-Unterwäsche: Sieht aus wie normale Unterwäsche, saugt sicher auf
  • Bettschutz: Waschbare oder Einweg-Unterlagen für die Nacht
  • Katheter: Bei schwerer Überlaufinkontinenz, nur nach ärztlicher Verordnung

Die Pflegekasse übernimmt bei anerkanntem Pflegegrad die Kosten für Inkontinenz-Hilfsmittel als Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (40 € / Monat).

Würde und Diskretion, der Umgang mit Inkontinenz

Der Umgang mit Inkontinenz erfordert Feingefühl. Für Betroffene ist die Situation oft beschämend und belastend. Einige wichtige Grundsätze:

  • Normalität vermitteln: Inkontinenz ist eine häufige Erkrankung, keine Schande und kein Versagen
  • Diskretion wahren: Versorgung nur im privaten Rahmen, keine Kommentare vor Dritten
  • Selbstständigkeit fördern: So viel wie möglich selbst machen lassen, nur so viel Hilfe wie nötig
  • Hautpflege beachten: Feuchtigkeitsschutz und regelmäßige Pflege verhindern Hautreizungen
  • Gerüche vermeiden: Regelmäßiger Wechsel der Hilfsmittel, gute Raumlüftung

Wie eine Betreuungskraft bei Inkontinenz im Alltag unterstützt

Inkontinenz ist einer der häufigsten Gründe für den Wunsch nach einer Betreuungskraft. Eine gute Betreuungskraft geht mit dem Thema professionell, diskret und einfühlsam um:

  • Toilettenbegleitung: Regelmäßige Erinnerung und Begleitung zur Toilette, hilft bei Dranginkontinenz und Demenz
  • Versorgung und Wechsel: Diskreter Wechsel von Inkontinenz-Material, wenn nötig auch nachts
  • Hautpflege: Gründliche, schonende Reinigung und Schutz der empfindlichen Haut
  • Wäschepflege: Sofortige Reinigung von Kleidung und Bettwäsche, ohne Aufheben
  • Beckenbodenübungen: Unterstützung bei regelmäßigen Übungen, wenn von der Physiotherapeutin verordnet
  • Selbstwertgefühl stärken: Die Betreuungskraft vermittelt, dass Inkontinenz nichts Peinliches ist, und behandelt die Person mit voller Würde

Für viele Betroffene ist es leichter, Hilfe von einer professionellen Betreuungskraft anzunehmen als von den eigenen Kindern. Die Beziehung wird entlastet, die Würde gewahrt. Junior-Senior vermittelt erfahrene Betreuungskräfte, die mit Inkontinenz routiniert und respektvoll umgehen.

Junior-Senior Redaktion

Junior-Senior RedaktionFachlich geprüft

Erstellt und geprüft vom Team von Junior-Senior, Ihrem landesrechtlich anerkannten Anbieter für Haushaltshilfe und Alltagsbegleitung mit über 10.000 betreuten Kunden.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Beträge und Rechtsstand zuletzt geprüft am 23.08.2026. Maßgeblich ist der Gesetzestext; bei Abweichungen gilt die Auskunft Ihrer Pflegekasse.

Häufig gestellte Fragen

Nein. Inkontinenz ist zwar im Alter häufiger, aber keine unvermeidliche Alterserscheinung. Viele Formen sind behandelbar, Beckenbodentraining, Medikamente oder Operationen können helfen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Mit Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse monatlich 40 € für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (Einmalhandschuhe, Bettschutz, Desinfektionsmittel). Medizinische Hilfsmittel wie Katheter werden über die Krankenkasse abgerechnet.

Nein, das Wechseln eines Katheters ist medizinische Behandlungspflege und darf nur von examinierten Pflegekräften (ambulanter Pflegedienst) durchgeführt werden. Die Betreuungskraft übernimmt die Grundpflege und Alltagsunterstützung.

Offen, aber diskret. Vermeiden Sie Kommentare, die beschämen könnten. Ermutigen Sie zum Arztbesuch, informieren Sie über Hilfsmittel. Wenn die Versorgung zu Hause zu belastend wird, kann eine Betreuungskraft beide Seiten entlasten.

Lassen Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich beraten.

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