Multiple Sklerose

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Was ist Multiple Sklerose?

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems. Das Immunsystem greift die Schutzhülle der Nervenfasern (Myelinscheiden) an und zerstört sie. Dadurch werden Nervenimpulse langsamer oder gar nicht mehr weitergeleitet.

In Deutschland leben rund 280.000 Menschen mit MS. Die Erkrankung beginnt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, begleitet die Betroffenen aber ein Leben lang. Im Alter können die Einschränkungen zunehmen und eine intensive Betreuung erforderlich machen.

MS wird auch „Krankheit der tausend Gesichter" genannt, weil die Symptome extrem vielfältig sind und sich von Patient zu Patient stark unterscheiden.

Verlaufsformen der MS

VerlaufsformAnteilBeschreibung
Schubförmig-remittierende MS (RRMS)85 %Schübe mit neuen/verschlechterten Symptomen, gefolgt von teilweiser oder vollständiger Erholung
Sekundär progrediente MS (SPMS)Ca. 50 % der RRMS nach 15-20 JahrenÜbergang in stetige Verschlechterung, mit oder ohne Schübe
Primär progrediente MS (PPMS)10-15 %Von Beginn an stetige Verschlechterung ohne klare Schübe

Häufige Symptome

  • Fatigue: Extreme, überwältigende Müdigkeit, das häufigste und oft belastendste Symptom
  • Sehstörungen: Verschwommenes Sehen, Doppelbilder, Augenschmerzen
  • Gehstörungen: Unsicherer Gang, Spastik, Fußheberschwäche
  • Sensibilitätsstörungen: Kribbeln, Taubheitsgefühle, Schmerzen
  • Blasenstörungen: Harndrang, Inkontinenz, Harnverhalt
  • Kognitive Einschränkungen: Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • Spastik: Unwillkürliche Muskelverkrampfungen
  • Depression: Bei bis zu 50 % der MS-Patienten

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Therapiemöglichkeiten bei MS

MS ist nicht heilbar, aber der Verlauf lässt sich mit modernen Therapien erheblich beeinflussen:

Verlaufsmodifizierende Therapie (Basistherapie)

  • Immunmodulatoren und Immunsuppressiva bremsen die Aktivität des Immunsystems
  • Verschiedene Medikamente als Tabletten, Spritzen oder Infusionen
  • Ziel: Weniger Schübe, langsamerer Krankheitsverlauf

Schubtherapie

  • Hochdosiertes Kortison über 3-5 Tage bei akuten Schüben
  • Verkürzt den Schub und lindert die Symptome

Symptomatische Therapie

  • Physiotherapie: Erhalt der Mobilität, Spastik-Management, Gleichgewichtstraining
  • Ergotherapie: Alltagsbewältigung, Hilfsmittelversorgung, Feinmotorik
  • Logopädie: Bei Sprech- und Schluckstörungen
  • Medikamente: Gegen Spastik, Schmerzen, Blasenstörungen, Fatigue
  • Psychotherapie: Umgang mit der Diagnose, Depression

Leben mit MS, Alltag und Herausforderungen

MS verändert den Alltag schrittweise. Was heute noch problemlos geht, kann morgen eingeschränkt sein. Diese Unberechenbarkeit ist für viele Betroffene die größte Belastung.

Typische Herausforderungen im Alltag

  • Fatigue-Management: Energie einteilen, Pausen planen, Prioritäten setzen, die extreme Müdigkeit ist nicht mit „normal müde" vergleichbar
  • Temperaturempfindlichkeit: Wärme verschlechtert die Symptome bei vielen Patienten (Uhthoff-Phänomen)
  • Mobilität: Von der Gehhilfe über den Rollator bis zum Rollstuhl, die Hilfsmittel wachsen oft mit
  • Blasen- und Darmprobleme: Planen, wo Toiletten sind, Inkontinenzversorgung
  • Beruf und Soziales: Viele müssen ihre Arbeitszeit reduzieren oder aufgeben, soziale Kontakte werden schwieriger

Wie eine Betreuungskraft bei Multiple Sklerose im Alltag unterstützt

MS-Patienten brauchen eine Betreuung, die sich an gute und schlechte Tage anpassen kann. Eine 24-Stunden-Betreuungskraft bietet genau diese Flexibilität:

  • Flexible Unterstützung: An guten Tagen nur leichte Hilfe, an schlechten Tagen intensive Unterstützung, die Betreuungskraft passt sich dem Tagesbefinden an
  • Hilfe bei der Mobilität: Sicheres Begleiten beim Gehen, Hilfe beim Transfer (Bett-Stuhl-Bad), Rollstuhlbegleitung
  • Fatigue berücksichtigen: Die Betreuungskraft versteht, dass Fatigue keine Faulheit ist, und plant den Tag entsprechend
  • Grundpflege und Körperpflege: Einfühlsame Unterstützung beim Waschen, Anziehen, Toilettengang, so viel Selbstständigkeit wie möglich, so viel Hilfe wie nötig
  • Haushalt vollständig übernehmen: Kochen, Putzen, Einkaufen, Wäsche, alles, wofür die Energie oft nicht reicht
  • Emotionale Unterstützung: MS ist eine emotionale Achterbahn, eine verständnisvolle Bezugsperson im Haus gibt Stabilität
  • Therapietermine wahrnehmen: Begleitung zur Physiotherapie, zum Arzt, zur Infusion, organisatorische Entlastung

Junior-Senior vermittelt Betreuungskräfte, die verstehen, was MS bedeutet, die guten Tage feiern und an schlechten Tagen einfühlsam da sind. Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Beratung.

Junior-Senior Redaktion

Junior-Senior RedaktionFachlich geprüft

Erstellt und geprüft vom Team von Junior-Senior, Ihrem landesrechtlich anerkannten Anbieter für Haushaltshilfe und Alltagsbegleitung mit über 10.000 betreuten Kunden.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Beträge und Rechtsstand zuletzt geprüft am 23.08.2026. Maßgeblich ist der Gesetzestext; bei Abweichungen gilt die Auskunft Ihrer Pflegekasse.

Häufig gestellte Fragen

MS ist keine direkt vererbbare Krankheit, aber es gibt eine genetische Veranlagung. Das Risiko für Verwandte ersten Grades liegt bei etwa 3-5 %, verglichen mit 0,1-0,3 % in der Allgemeinbevölkerung. Umweltfaktoren spielen eine wichtige Rolle.

Nein. Dank moderner Therapien können viele MS-Patienten über Jahrzehnte mobil bleiben. Etwa 15-20 % der Patienten haben einen milden Verlauf. Die Prognose hat sich mit neuen Medikamenten deutlich verbessert.

Das ist sehr individuell und hängt vom Verlauf ab. Manche Patienten kommen Jahrzehnte ohne Betreuung aus, andere brauchen früh Unterstützung. Wenn der Alltag allein nicht mehr sicher bewältigt werden kann oder die Fatigue den Tag bestimmt, ist eine Betreuungskraft sinnvoll.

Bei einem akuten Schub braucht der Patient ärztliche Behandlung (meist hochdosiertes Kortison). Die Betreuungskraft sorgt dafür, dass der Patient trotzdem versorgt ist, Essen, Trinken, Medikamente, Körperpflege, Gesellschaft. Sie begleitet zum Arzt und informiert die Angehörigen.

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