Gewalt in der Pflege erkennen & vermeiden
- 4,9 von 5 Sternen bei Google
- Über 10.000 zufriedene Kunden
- Anerkannt nach § 45a SGB XI
- Abrechnung mit allen Pflegekassen
Formen von Gewalt in der Pflege
Gewalt in der Pflege hat viele Gesichter, und ist häufiger, als die meisten denken. Nicht nur körperliche Gewalt, auch subtilere Formen sind ernst zu nehmen:
- Körperliche Gewalt: Grober Umgang, Festhalten, Schlagen
- Psychische Gewalt: Anschreien, Beschimpfen, Einschüchtern, Ignorieren
- Vernachlässigung: Mangelnde Pflege, unzureichende Ernährung, fehlende soziale Zuwendung
- Freiheitsentziehung: Einsperren, Fixieren, Medikamente zur Ruhigstellung
- Finanzielle Ausbeutung: Geld entwenden, zum Unterschreiben von Dokumenten drängen
Gewalt kann von beiden Seiten ausgehen: von Pflegenden gegenüber Pflegebedürftigen, aber auch umgekehrt, besonders bei Demenz mit aggressivem Verhalten.
Ursachen verstehen
Gewalt in der Pflege entsteht selten aus Bösartigkeit. Die häufigsten Ursachen sind:
- Überlastung und Burnout: Pflegende Angehörige arbeiten oft am Limit, ohne Pausen, ohne Urlaub, ohne Anerkennung
- Mangelndes Pflegewissen: Fehlendes Wissen über den Umgang mit Demenz oder herausforderndem Verhalten
- Soziale Isolation: Pflegende fühlen sich alleingelassen und hilflos
- Eigene Erkrankung: Pflegende sind selbst körperlich oder psychisch belastet
- Suchtmittel: Alkohol oder Medikamentenmissbrauch bei Pflegenden
Wie viele Stunden Unterstützung stehen Ihnen zu? Rechnen Sie es in zwei Minuten aus.
Stunden berechnenWarnsignale erkennen
Achten Sie auf diese Anzeichen:
- Unerklärliche blaue Flecken, Kratzer oder Verletzungen
- Plötzliche Angst oder Schreckhaftigkeit des Pflegebedürftigen
- Sozialer Rückzug, Apathie, Weinen
- Vernachlässigte Körperpflege, verschmutztes Bett
- Gewichtsverlust ohne medizinische Erklärung
- Aggressive Äußerungen der Pflegeperson
- Pflegeperson wirkt dauerhaft erschöpft, gereizt oder verzweifelt
Gewalt vorbeugen
- Entlastung holen: Verhinderungspflege, Tagespflege, 24-Stunden-Betreuung, pflegende Angehörige brauchen Auszeiten
- Pflegekurse besuchen: Wissen über Pflegetechniken und Umgang mit Demenz reduziert Hilflosigkeit
- Selbsthilfegruppen: Austausch mit anderen pflegenden Angehörigen entlastet emotional
- Professionelle Hilfe: Bei Überlastung das Pflegetelefon nutzen (030 2017 9131) oder Pflegestützpunkte kontaktieren
- Klare Grenzen: Erkennen, wann die eigene Belastung zu groß wird, und rechtzeitig Unterstützung organisieren
Eine 24-Stunden-Betreuungskraft kann pflegende Angehörige maßgeblich entlasten und so das Risiko für Pflegegewalt deutlich senken.

Alessandro S. DamaschkeFachlich geprüft
Gründer und Geschäftsführer der Junior-Senior GmbH
Alessandro S. Damaschke gründete Junior-Senior 2021 und baut seitdem mit seinem Team die Haushaltshilfe und Alltagsbegleitung über die Pflegekasse deutschlandweit auf. Das Wissen in diesem Ratgeber stammt aus der täglichen Arbeit mit über 10.000 betreuten Kundinnen und Kunden und allen Pflegekassen; jeder Artikel wird fachlich geprüft und laufend an die aktuelle Gesetzeslage angepasst. Mehr über das Team
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 39 SGB XI, Verhinderungspflege, Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de
- § 44 SGB XI, Soziale Sicherung der Pflegepersonen, Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de
- Pflegegrade und Begutachtung, Bundesministerium für Gesundheit
- Wegweiser Demenz, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Beträge und Rechtsstand zuletzt geprüft am 11.08.2026. Maßgeblich ist der Gesetzestext; bei Abweichungen gilt die Auskunft Ihrer Pflegekasse.
Häufig gestellte Fragen
Das Pflegetelefon (030 2017 9131) berät anonym und kostenlos. Auch Pflegestützpunkte, Beratungsstellen und das Krisentelefon (0800 111 0 111) sind Anlaufstellen. In akuten Notfällen: Polizei rufen.
Eine Betreuungskraft entlastet pflegende Angehörige massiv, der häufigste Auslöser für Pflegegewalt (Überlastung) wird reduziert. Zudem ist eine weitere Person im Haushalt, die Warnsignale erkennen kann.
Verwandte Artikel
Häusliche Pflege organisieren: Formen, Finanzierung und der Weg zum stabilen Netz
Vier von fünf Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Welche Formen der häuslichen Pflege es gibt, welche Budgets sie finanzieren und wie Sie Schritt für Schritt ein Netz aufbauen, das lange trägt.
Pflegekurse für Angehörige: kostenlos lernen, was den Pflegealltag leichter macht
Rückenschonend heben, Demenz verstehen, Notfälle meistern: Pflegekurse der Kassen sind kostenlos, praxisnah und auf Wunsch als Einzelschulung zu Hause. Welche Formate es gibt, was sie bringen und wie Sie sich anmelden.
Was ist 24-Stunden-Betreuung? Modell, Kosten und Alternativen ehrlich erklärt
Eine Betreuungskraft zieht ins Haus und ist da, wenn sie gebraucht wird: So funktioniert die 24-Stunden-Betreuung wirklich, was sie kostet, welche Zuschüsse die Pflegekasse gibt und wann stundenweise Betreuung die bessere Wahl ist.
Unser Online-Kundenportal kommt bald.
Termine buchen, Abrechnungen einsehen, Verträge digital unterschreiben – bald alles bequem an einem Ort.