Pflegegrad-Tabelle 2026: Punkte, Module und Geldleistungen auf einen Blick
- 4,9 von 5 Sternen bei Google
- Über 10.000 zufriedene Kunden
- Anerkannt nach § 45a SGB XI
- Abrechnung mit allen Pflegekassen
Die Pflegegrad-Tabelle: Ab wie vielen Punkten gilt welcher Grad?
Kurz gesagt: Der Pflegegrad ergibt sich aus einem Punktwert zwischen 0 und 100, den der Medizinische Dienst bei der Begutachtung ermittelt. Ab 12,5 gewichteten Punkten gilt Pflegegrad 1, ab 90 Punkten Pflegegrad 5. Entscheidend ist die Selbstständigkeit im Alltag, nicht die Diagnose.
| Pflegegrad | Gewichtete Punkte | Beeinträchtigung der Selbstständigkeit |
|---|---|---|
| Kein Pflegegrad | unter 12,5 | keine erhebliche |
| Pflegegrad 1 | 12,5 bis unter 27 | gering |
| Pflegegrad 2 | 27 bis unter 47,5 | erheblich |
| Pflegegrad 3 | 47,5 bis unter 70 | schwer |
| Pflegegrad 4 | 70 bis unter 90 | schwerst |
| Pflegegrad 5 | 90 bis 100 | schwerst, mit besonderen Anforderungen |
Die Punktegrenzen stehen in § 15 SGB XI und gelten bundesweit für alle Pflegekassen gleich, ob AOK, Barmer, TK oder eine private Versicherung.
Die 6 Module und ihre Gewichtung
Der Punktwert entsteht nicht aus einer einzigen Einschätzung, sondern aus sechs Lebensbereichen, den sogenannten Modulen des Begutachtungsinstruments (NBA). Jedes Modul fließt mit einem festen Gewicht in das Ergebnis ein:
| Modul | Was wird bewertet? | Gewicht |
|---|---|---|
| 1. Mobilität | Aufstehen, Umsetzen, Treppensteigen, Fortbewegen in der Wohnung | 10 % |
| 2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten | Orientierung, Erinnern, Entscheidungen, Gespräche | 15 %* |
| 3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen | Unruhe, Ängste, Abwehr von Pflege, Aggression | 15 %* |
| 4. Selbstversorgung | Waschen, Anziehen, Essen, Trinken, Toilettengang | 40 % |
| 5. Umgang mit Krankheit und Therapie | Medikamente, Verbandswechsel, Arztbesuche, Injektionen | 20 % |
| 6. Alltagsleben und soziale Kontakte | Tagesablauf gestalten, sich beschäftigen, Kontakte pflegen | 15 % |
* Von Modul 2 und 3 zählt nur der höhere der beiden Werte. Das schützt Menschen mit Demenz vor einer Doppelbewertung, sorgt aber auch dafür, dass sich Einschränkungen in beiden Bereichen nicht addieren.
Auffällig ist das Gewicht der Selbstversorgung mit 40 Prozent: Wer beim Waschen, Anziehen und Essen Hilfe braucht, sammelt dort die meisten Punkte. Ein häufiger Fehler bei der Begutachtung ist deshalb, genau diese alltäglichen Hilfen als selbstverständlich zu verschweigen.
Geldleistungen je Pflegegrad 2026
Mit dem Pflegegrad sind feste monatliche Ansprüche verbunden. Die wichtigsten drei im Überblick:
| Pflegegrad | Pflegegeld | Pflegesachleistungen | Entlastungsbetrag |
|---|---|---|---|
| Pflegegrad 1 | – | – | 131 € |
| Pflegegrad 2 | 347 € | 796 € | 131 € |
| Pflegegrad 3 | 599 € | 1.497 € | 131 € |
| Pflegegrad 4 | 800 € | 1.859 € | 131 € |
| Pflegegrad 5 | 990 € | 2.299 € | 131 € |
Das Pflegegeld erhalten Sie, wenn Angehörige die Pflege übernehmen. Pflegesachleistungen fließen, wenn ein anerkannter Dienst hilft, und beides lässt sich kombinieren. Der Entlastungsbetrag von 131 € steht jedem Pflegegrad zu, zum Beispiel für eine Haushaltshilfe.
Wie viele Stunden Unterstützung stehen Ihnen zu? Rechnen Sie es in zwei Minuten aus.
Stunden berechnenSo entstehen die Punkte: gewichtete statt roher Punkte
In jedem Modul vergibt der Gutachter zunächst Einzelpunkte je Frage, etwa 0 bis 3 Punkte für die Selbstständigkeit beim Duschen. Die Summe je Modul wird dann über amtliche Tabellen in gewichtete Punkte umgerechnet. Ein Beispiel für Modul 1 (Mobilität, maximal 10 gewichtete Punkte):
| Rohpunkte im Modul 1 | Gewichtete Punkte |
|---|---|
| 0 bis 1 | 0 |
| 2 bis 3 | 2,5 |
| 4 bis 5 | 5 |
| 6 bis 9 | 7,5 |
| 10 bis 15 | 10 |
Diese Umrechnung erklärt, warum sich das Gesamtergebnis manchmal sprunghaft ändert: Ein einziger zusätzlicher Rohpunkt kann ein Modul in die nächste Stufe heben und damit mehrere gewichtete Punkte bringen. Genau deshalb lohnt es sich, bei der Begutachtung jede Einschränkung zu nennen.
Zwei Beispiele: So liest sich die Tabelle im Alltag
Beispiel 1: Frau M., 82, nach Oberschenkelhalsbruch
Frau M. geht am Rollator, schafft Treppen nicht mehr und braucht Hilfe beim Duschen und Anziehen des Unterkörpers. Medikamente richtet die Tochter wöchentlich. Typisches Ergebnis: rund 30 bis 40 gewichtete Punkte, also Pflegegrad 2, mit 347 € Pflegegeld und 131 € Entlastungsbetrag monatlich.
Beispiel 2: Herr K., 79, mittelschwere Demenz
Körperlich ist Herr K. mobil, aber er findet sich zeitlich nicht mehr zurecht, lässt den Herd an, wehrt die Körperpflege ab und läuft nachts umher. Hier bringen die Module 2 und 3 sowie die nötige Beaufsichtigung viele Punkte: häufig Pflegegrad 3, obwohl er körperlich fit wirkt. Mehr dazu im Ratgeber Pflegegrad bei Demenz.
Beide Beispiele zeigen: Die Tabelle allein beantwortet nicht, welcher Grad realistisch ist. Es kommt darauf an, wie die sechs Module im Einzelfall zusammenwirken.
Von der Tabelle zum anerkannten Pflegegrad
Wenn die Tabelle zeigt, dass ein Pflegegrad oder eine Höherstufung realistisch ist, führen drei Schritte zum Ziel:
- Ersteinschätzung machen: Der Pflegegradrechner zeigt Ihnen in 5 Minuten Punktzahl und voraussichtlichen Grad.
- Antrag stellen: Formlos bei der Pflegekasse, ein Anruf genügt. Die Anleitung mit Musterformulierungen: Pflegegrad beantragen.
- Begutachtung vorbereiten: Mit Pflegetagebuch und den Tipps aus MD-Begutachtung vorbereiten.
Fällt der Bescheid niedriger aus, als die Tabelle erwarten ließ, lohnt innerhalb eines Monats der Widerspruch: Rund jeder dritte Widerspruch hat Erfolg.

Alessandro S. DamaschkeFachlich geprüft
Gründer und Geschäftsführer der Junior-Senior GmbH
Alessandro S. Damaschke gründete Junior-Senior 2021 und baut seitdem mit seinem Team die Haushaltshilfe und Alltagsbegleitung über die Pflegekasse deutschlandweit auf. Das Wissen in diesem Ratgeber stammt aus der täglichen Arbeit mit über 10.000 betreuten Kundinnen und Kunden und allen Pflegekassen; jeder Artikel wird fachlich geprüft und laufend an die aktuelle Gesetzeslage angepasst. Mehr über das Team
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 15 SGB XI, Ermittlung des Grades der Pflegebedürftigkeit, Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de
- Begutachtungsrichtlinie und Antrag auf Pflegeleistungen, Medizinischer Dienst Bund
- § 45b SGB XI, Entlastungsbetrag, Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de
- § 36 SGB XI, Pflegesachleistung, Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de
- Leistungen der Pflegeversicherung im Überblick, Bundesministerium für Gesundheit
- Pflegegrade und Begutachtung, Bundesministerium für Gesundheit
Beträge und Rechtsstand zuletzt geprüft am 23.08.2026. Maßgeblich ist der Gesetzestext; bei Abweichungen gilt die Auskunft Ihrer Pflegekasse.
Häufig gestellte Fragen
Ab 12,5 gewichteten Punkten. Pflegegrad 2 gibt es ab 27 Punkten, Pflegegrad 3 ab 47,5, Pflegegrad 4 ab 70 und Pflegegrad 5 ab 90 von maximal 100 Punkten.
Die Selbstversorgung (Modul 4) mit 40 Prozent Gewicht: Waschen, Anziehen, Essen, Trinken und Toilettengang. Danach folgt der Umgang mit Krankheit und Therapie (Modul 5) mit 20 Prozent.
So sieht es § 15 SGB XI vor: Kognitive Einschränkungen und Verhaltensauffälligkeiten überschneiden sich oft, deshalb fließt nur der höhere der beiden Werte mit 15 Prozent ein, nicht beide zusammen.
347 € Pflegegeld monatlich bei Pflege durch Angehörige oder bis zu 796 € Pflegesachleistungen für einen Pflegedienst, dazu immer 131 € Entlastungsbetrag. Beide Hauptleistungen lassen sich anteilig kombinieren.
Ja. Die Punktegrenzen und Module sind identisch, begutachtet wird bei privat Versicherten aber durch Medicproof statt durch den Medizinischen Dienst.
Ja, mit dem kostenlosen Pflegegradrechner von Junior-Senior: Er stellt die Fragen der sechs offiziellen Module, rechnet mit den amtlichen Gewichtungen und zeigt Punktzahl samt voraussichtlichem Pflegegrad.
Nein. Bewertet wird nicht die Diagnose, sondern wie selbstständig jemand seinen Alltag bewältigt. Dieselbe Erkrankung kann je nach Ausprägung zu ganz unterschiedlichen Pflegegraden führen.
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