Pflegestufe beantragen: Was heute an ihre Stelle tritt

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  • Über 10.000 zufriedene Kunden
  • Anerkannt nach § 45a SGB XI
  • Abrechnung mit allen Pflegekassen

Das Wichtigste in Kürze

Eine Pflegestufe können Sie nicht mehr beantragen. Seit dem 1. Januar 2017 gibt es stattdessen fünf Pflegegrade. Gemeint ist also der Antrag auf einen Pflegegrad, und der ist einfacher, als die meisten erwarten: Ein Anruf bei der Pflegekasse genügt, ein Formular brauchen Sie nicht.

ein Anruf

reicht für den Antrag

rückwirkend

ab dem Monat der Antragstellung

25 Arbeitstage

hat die Kasse für die Entscheidung

Das Wichtigste dabei: Das Antragsdatum zählt. Leistungen gibt es rückwirkend ab dem Monat, in dem Sie angerufen haben, auch wenn die Begutachtung erst Wochen später stattfindet. Wer zögert, verschenkt Geld.

Der Antrag in fünf Schritten

  1. Bei der Pflegekasse anrufen. Sie sitzt bei der Krankenkasse der pflegebedürftigen Person. Sagen Sie einen Satz: „Ich möchte einen Pflegegrad beantragen.“ Mehr ist nicht nötig, das Datum ist damit gesichert.
  2. Unterlagen abwarten. Die Kasse schickt einen Fragebogen. Ausfüllen, unterschreiben, zurücksenden. Wer den Antrag lieber schriftlich stellt, kann unseren Musterantrag als PDF nutzen.
  3. Pflegetagebuch führen. Ein bis zwei Wochen lang notieren, wobei geholfen werden muss, auch nachts und an schlechten Tagen. Das ist das wirksamste Mittel für eine faire Einstufung (Vorlage).
  4. Begutachtung vorbereiten. Der Medizinische Dienst kommt nach Hause. Angehörige sollten dabei sein, nichts beschönigen, nichts aufräumen (Checkliste).
  5. Bescheid prüfen. Er kommt binnen 25 Arbeitstagen. Fällt er zu niedrig aus, haben Sie einen Monat für den Widerspruch, und rund jeder dritte ist erfolgreich.

Wie viele Stunden Unterstützung stehen Ihnen zu? Rechnen Sie es in zwei Minuten aus.

Stunden berechnen

Was sich gegenüber der alten Pflegestufe geändert hat

Pflegestufe bis 2016Pflegegrad seit 2017
MaßstabZeitaufwand in Minuten für Körperpflege, Ernährung, MobilitätSelbstständigkeit in sechs Lebensbereichen, bewertet in Punkten
Stufen3 plus Härtefall5 Pflegegrade
Demenzkaum berücksichtigtgleichwertig zu körperlichen Einschränkungen
Einstiegerst bei erheblichem Aufwandbereits ab 12,5 Punkten (Pflegegrad 1)

Für den Antrag heißt das vor allem eines: Erzählen Sie nicht in Minuten. Der Gutachter will wissen, was ohne Hilfe nicht mehr klappt, und Anleitung, Erinnerung und Beaufsichtigung zählen dabei genauso wie das Übernehmen selbst.

Was direkt nach der Bewilligung zu tun ist

Viele Familien lassen nach dem Bescheid Monate verstreichen, bevor sie Leistungen abrufen. Das kostet bares Geld, denn manche Beträge verfallen:

  • Entlastungsbetrag einrichten: 131 € im Monat ab Pflegegrad 1, Reste verfallen am 30. Juni des Folgejahres (so funktioniert er).
  • Pflegebox bestellen: 42 € monatlich für Handschuhe, Desinfektion und Bettschutz, läuft nach einmaliger Einrichtung automatisch.
  • Verhinderungspflege einplanen: ab Pflegegrad 2, 3.539 € im Jahr, verfällt am 31. Dezember.
  • Beratungseinsatz terminieren: bei Pflegegeldbezug Pflicht, sonst kürzt die Kasse (Fristen je Pflegegrad).

Den vollständigen Überblick über alle Töpfe gibt unser Artikel Alle Zuschüsse der Pflegekasse. Auf Wunsch gehen wir die Liste im kostenlosen Beratungsgespräch mit Ihnen durch und richten die Direktabrechnung ein.

Alessandro S. Damaschke

Alessandro S. DamaschkeFachlich geprüft

Gründer und Geschäftsführer der Junior-Senior GmbH

Alessandro S. Damaschke gründete Junior-Senior 2021 und baut seitdem mit seinem Team die Haushaltshilfe und Alltagsbegleitung über die Pflegekasse deutschlandweit auf. Das Wissen in diesem Ratgeber stammt aus der täglichen Arbeit mit über 10.000 betreuten Kundinnen und Kunden und allen Pflegekassen; jeder Artikel wird fachlich geprüft und laufend an die aktuelle Gesetzeslage angepasst. Mehr über das Team

Quellen und Rechtsgrundlagen

Beträge und Rechtsstand zuletzt geprüft am 26.08.2026. Maßgeblich ist der Gesetzestext; bei Abweichungen gilt die Auskunft Ihrer Pflegekasse.

Häufig gestellte Fragen

Nein, seit 2017 gibt es Pflegegrade. Gemeint ist der Antrag auf einen Pflegegrad, und der läuft formlos: Ein Anruf bei der Pflegekasse genügt.

Mit einem Anruf bei der Pflegekasse der versicherten Person. Danach schickt die Kasse einen Fragebogen, anschließend kommt der Medizinische Dienst zur Begutachtung nach Hause.

Die Kasse muss binnen 25 Arbeitstagen entscheiden. Im Krankenhaus oder in der Reha gilt eine verkürzte Frist von einer Woche. Bei Verzug stehen Ihnen 70 € je angefangener Woche zu.

Ja, ab dem Monat der Antragstellung. Deshalb sollte der Antrag früh raus, auch wenn noch nicht alle Unterlagen beisammen sind.

Nein, ein formloser Anruf genügt und sichert das Datum. Wer es schriftlich mag, kann unseren Musterantrag als PDF nutzen.

Die pflegebedürftige Person selbst oder eine bevollmächtigte Person. Angehörige brauchen dafür eine Vollmacht oder eine Betreuung.

Nichts. Antrag, Begutachtung und ein späterer Widerspruch sind für Versicherte kostenfrei.

Innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen, formlos und kostenlos. Rund jeder dritte Widerspruch führt zu einer besseren Einstufung, rückwirkend zum Antragsdatum.

Ja. Nach einem Krankenhausaufenthalt zahlt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe auf Rezept auch ohne Pflegegrad, und die Kurzzeitpflege nach § 39c SGB V überbrückt die Zeit nach der Entlassung.

Den Entlastungsbetrag von 131 € monatlich einrichten und die Pflegebox bestellen. Beides läuft nach einmaliger Einrichtung automatisch und verfällt sonst ungenutzt.

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